04.12.2012

Rundgang zur Stadtentwicklung

Foto: Christian Darr

Gespräche im Hinterzimmer sind der Bedeutung des Themas nicht angemessen“ sagt Christian Darr. Daher hatte er den ersten Nordhäuser „Rundgang zur Stadtentwicklung“ über das Thema Jugendarbeit ins Leben gerufen. Für ein erstes Kennenlernen trafen sich dazu heute Landrätin Birgit Keller, Sabine Reich vom Nordhäuser Kreisjugendring mit dem Geschäftsführer des Sondershäuser Stadtjugendrings, Andreas Gothe. Zu ihren bündnisgrünen GesprächspartnerInnen zählten Ursula Burkhardt und Kai Buchmann aus Nordhausen sowie Landessprecherin Babette Pfefferlein. Nach einem ersten Austausch von Erfahrungen und Standpunkten besuchten sie anschließend gemeinsam die Jugendeinrichtungen „Villa Kunterbunt“ im Stadtteil Salza und den Jugendclub in Nordhausen-Ost. „Die Besuche in den Einrichtungen waren uns sehr wichtig, wir müssen uns vor Ort ein Bild machen“ sagt Darr.

Derzeit wird in den Verhandlungen zum städtischen Haushalt über eine deutliche Absenkung der Zuwendungen für die Jugendarbeit debattiert. Dies geschehe, da die Aufgabe für die Stadt zu den so genannten freiwilligen Aufgaben zählt. Keine freiwillige Aufgabe ist es im Gegensatz dazu für den Landkreis. Daher habe Landrätin Birgit Keller auch keine Kürzungen im Haushalt vorgesehen: „Dieser Posten steht nicht zur Debatte“. In Anbetracht des Haushalts könne man aber auch nicht weiter aufstocken. Die Stadt indes möchte die Verantwortung möglichst vollständig an den Landkreis abgeben. Verwundert zeigen sich die Grünen über die Strategie der Stadtverwaltung: „Es war kein Angebot zur Diskussion, es war eine Ansage“ erinnert sich Kai Buchmann, welcher als berufener Bürger die Grünen im Finanzausschuss der Stadt vertritt. Nach dem Standpunkt der Grünen sind die finanziellen Zuwendungen für viele Einrichtungen bereits jetzt nicht mehr ausreichend. Mit scharfer Kritik wenden sie sich zudem gegen die jüngsten Äußerungen von SPD und FDP: „Wir erwarten durchdachte Vorschläge. Leichtfertige und populistische Äußerungen sollten zukünftig unterbleiben.“ sagt Burkhardt. Sie fordert als erste Maßnahme einen jährlichen Bericht zur Jugendarbeit im Stadtrat.

Auch Sabine Reich fordert eine stärkere Professionalisierung der AkteurInnen. Sie wünscht sich daher eine Reaktivierung der Arbeitsgruppe der freien Träger. Der Diskussion werde man sich in jedem Fall stellen: „Konzepte, Bedarf und Qualität sollten durch die Träger transparent gemacht werden. Sie bedürfen einer ständigen pädagogischen und finanziellen Qualitätsdiskussion unabhängig von Förderkulissen“ sagt Reich. Auch die fachliche Anbindung in der Stadt müsse sichergestellt werden. Damit könnten besonders kleine Träger besser unterstützt werden, etwa bei der Erstellung von Anträgen für Bundes- oder Europaförderungen.

In seinem Fazit zeigte sich Darr besonders erfreut über den Erfahrungsaustausch zwischen AkteurInnen aus den zwei Landkreisen: „Es wurden weitere Treffen vereinbart.“ Zwar sei er mit der Veranstaltung insgesamt sehr zufrieden gewesen, einen Makel habe er dennoch ausgemacht: „Leider konnten wir aus terminlichen Gründen keine VertreterInnen der Stadtverwaltung begrüßen“ sagte Darr abschließend.



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