16.05.2014

Grüne fordern gleichberechtigte Mobilität für alle Verkehrsteilnehmer in den Mittelpunkt der Verkehrsplanung der Stadt zu stellen

Foto: BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN Kreisverband Nordhausen

Anlass ist die Vorstellung eines Berichts zum Thema „Verkehrspolitische Planungen der Stadt Nordhausen“ durch Yannik Franzki, Student an der FH Nordhausen und Kandidat zur Stadtratswahl, der aktuellen grünen Stadtratsfraktion.

Die Stadt Nordhausen hatte 1991 (1993 vorgestellt) und 2010 (2011 vorgestellt) die Erarbeitung eines Verkehrskonzepts in Auftrag gegeben. Während das Verkehrskonzept von 1993 eine Planung für die gesamte Stadt darstellt, konzentriert sich das Konzept von 2010 auf die Altstadt. Die Konzentration im Altstadtkonzept nur für einen kleinen Bereich der Stadt lässt die weitere Verkehrsführung in der Stadt unbeantwortet.

Beide Konzepte wollen die Funktionsfähigkeit der Altstadt erhalten. Während das Konzept von 1993 den Verkehr in der Altstadt reduzieren will und dazu die Rautenstraße als Spielstraße vorsieht, ziehen das neue Einkaufszentrum und die dortigen Parkplätze den Verkehr in die Stadt. Dadurch widersprechen sich beide Konzepte und erreichen das Ziel der gewünschten Innenstadtberuhigung nicht.

„Beide Konzepte stellen durchdachte Pläne dar, auch wenn sich die Pläne auf den motorisierten Verkehr fokussieren. Bisher wurden aber vor allem Maßnahmen für den motorisierten Verkehr umgesetzt und es wird zu wenig für den Fußgänger- und Radverkehr getan.“ kritisiert Franzki. „Dies sei unverständlich, da beide Konzepte auch für den nicht-motorisierten Verkehr klare Empfehlungen geben.“

Das Konzept von 1993 schlägt zum Beispiel eine Anbindung des nichtmotorisierten Verkehrs von Nordhausen Nord einmal über den Beethovenring und zum anderen über Riemann- und Albert-Träger-Straße vor. Beide Wege sind nicht gebaut. „Mit einem Radverkehr entlang der zweiten Strecke ist nicht zu rechnen, da nach Aussage der Stadt auf Parkplätze entlang der Straßen nicht verzichtet werden könnte. Eine Lösung für eine gleichberechtigte Mobilität aller Verkehrsteilnehmer ist über eine Tempo 30 Regelung kurzfristig erreichbar. Damit würde der Radverkehr zur Freude der Fußgänger auch vom Bürgersteig auf die Straße verlagert, so Yannik Franzki.

Die Mitgliedschaft der Stadt in der Arbeitsgemeinschaft „Verkehrsfreundliche Kommunen in Thüringen“ sehen die Grünen positiv. „Jetzt muss aber auch etwas für den Radverkehr getan werden und nicht einfach nur die Mitgliedschaft erklärt werden“, so Ursula Burkhardt, grüne Spitzenkandidatin für die Stadtratswahl und langjähriges Mitglied im ADFC. Die Stadt darf sich nicht auf dem bestehenden, aber lückenhaften Radwegenetz mit seinen teilweise im „Nichts“ endenden Wegen ausruhen.

„Im Altstadtkonzept wird der Lückenschluss des Radwegenetzes im Bereich des Pferdemarkts gefordert, der jetzt auch erfolgen dürfte. Leider entspricht die Breite des geplanten Schutzstreifens mit 1,25m nur dem Mindestmaß. Die Regelbreite wird in den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen 2010 mit 1,50m angegeben.“ so Franzki. „Ich fordere die Stadt auf, die Breite auf jeweils 1,50m zu erhöhen. So kann Oberbürgermeister Dr. Zeh beweisen, dass er es mit der Förderung des Radverkehrs ernst meint.“ Allerdings wird auch dieser Weg am nördlichen Ende im „Nichts“ enden, da es keinen weiterführenden Weg gibt.

Der Fußgängerverkehr wird in der Stadt ebenfalls nicht genügend beachtet. So gibt es kaum Zebrastreifen und an den Querungshilfen und Ampeln sind lange Wartezeiten für den Fußgänger der Regelfall. Somit ist die Senkung der Trennwirkung der Bundestraßen, die das Konzept von 1993 senken wollte, nicht erreicht worden. Zwar kann die Stadt die Ampelschaltungen nicht selber verändern, da sie vor allem entlang von Bundestraßen liegen, kann aber auf das Land und die verantwortlichen Stellen einwirken. Die Themen Zebrastreifen und Querungshilfen liegen dafür aber im Bereich der Stadt und die Stadt sollte mehr Zebrastreifen einrichten, da die Fußgängerinnen und Fußgänger hier Vorrang haben. „Leider liegt der Schwerpunkt der Stadt im Bereich der Querungshilfen, da diese den Autoverkehr bevorzugen.“ so Franzki. „Dies kann man gut im Bereich Albert-Traeger-Straße sehen, wo aktuell entgegen dem Wunsch der Bürger statt eines Zebrastreifens eine Querungshilfe errichtet wird.“

Die Bündnisgrünen fordern eine Aktualisierung und Qualifizierung des Verkehrskonzeptes für die Stadt Nordhausen, das für alle Verkehrsteilnehmer die gleichberechtigte Teilnahme am Straßenverkehr ermöglicht.



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URL:http://www.gruene-nordhausen.de/partei/archiv/2014/expand/524711/nc/1/dn/1/